1897 – 1918

  • 1897, 25. Oktober: Vorbesprechung zur Gründung einer Sektion Aichach innerhalb des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins. Die Anregung hierfür kommt von Lehrer Hans Buchenberg, der der 1869 gegründeten Sektion Augsburg angehörte.
  • 19 Bergfreunde erklären sich zum Beitritt in die zu gründende Sektion bereit.
  • 1897, 24. November: Konstituierende Versammlung zur Gründung der Sektion Aichach. Zum Ersten Vorsitzenden wird Amtsrichter Karl Spies gewählt (1898 – 1900). Anton Werlberger wird Kassier, Schriftführer wird Gewerbehauptlehrer Anton Beltinger (1898 – 1919; er wird 1938 zum Ehrenmitglied ernannt).
  • Alle 33 Gründungs-Mitglieder stammen aus der gehobenen Bürgerschicht der Stadt und gehören zu deren Honoratioren. Vertreten sind: 6 Lehrer, 2 Amtsrichter, 1 Oberamtsrichter, 3 Apotheker, 2 Ärzte, 2 Mühlenbesitzer, 2 Buchdrucker, 2 Kaufmänner 1 Rechtsanwalt, 1 Druckereibesitzer, 1 Brauereibesitzer, 1 Fotograf, 1 Chorregent, 1 Kaminkehrermeister, 1 Baumeister, 1 Regierungsrat, 1 Sekretär, 1 Amtsassessor, 1 Polytechniker, 1 Rentamtmann, 1 Brauereipraktikant. Handwerker und die Jugend sind nicht vertreten.

Gründungsmitglieder der DAV Sektion Aichach

Gründungsanzeige

  • 1898, 1. Januar: mit Wirkung ab 1. Januar 1898 besteht eine „Sektion Aichach im Deutschen und Österreichischen Alpenverein“. Die Mitgliederzahl steigt noch im selben Jahr auf 49. Das Vereinsvermögen beträgt 1898 zum Jahresende 49 Reichsmark. Als Sektions-Herberge und Versammlungsraum dient – für die nächsten 63 Jahre – die „Brauerei zum Hofmann“.
  • Am 22. Januar des Gründungsjahres wird die erste Monatsversammlung abgehalten. Dabei wird auch der Grundstein für die noch heute stattfindenden Vortragsabende gelegt: Hauptlehrer Georg Stubenvoll referiert zum Thema „Entstehung und Wesen des Alpinismus“.
  • Die aufgebaute Sektionsbücherei umfasst ca. 60 – meist gestiftete – Bücher und Karten.
  • Auf dem aichacher Kellerberg wird ein erstes sektions-übergreifendes Frühlingsfest mit Freunden aus der Sektion Ingolstadt gefeiert. Ob dies auch eine reine Männerangelegenheit war wie es für die erste Faschingsveranstaltung im selben Jahr der Fall war – Frauen waren hier ausgeschlossen – ist nicht bekannt.
  • Bereits im Gründungsjahr unternehmen die Gründungsmitglieder vielfältige Bergtouren. Als Gipfelerfolge sind z.B. vermerkt die Parseierspitze, das Hohe Licht, der Schrankogel oder der Groß-Venediger. Mehrtägige Durchquerungen finden z.B. in den Allgäuer-, Stubaier- und Ötztaler Alpen statt, bzw. auch im Bergell, im Glockner- und Venedigergebiet.
  • 1900: Nachdem der 1. Vorsitzende Karl Spies beruflich bedingt nicht mehr kandidiert, wird nun der Kaufmann Anton Werlberger zum 1. Vorsitzenden (1900 – 1908) gewählt. Dessen Amt des Kassiers übernimmt Baumeister Gottlieb Schmid. Gottlieb Schmid, einst schon Gründungsmitglied der Sektion, übt dieses Amt sage und schreibe bis 1945, also ganze 45 Jahre lang aus.
  • 1906: Die Mitgliederversammlung beschließt auf Vorschlag von Vorstand Anton Werlberger den Bau einer eigenen Hütte am Spulersee Der Jahresbeitrag wird deshalb von neun auf zehn Mark erhöht. 1000 Goldmarkt an Sektionskapital und 6670 Mark Mitglieder-Anteilsscheine stehen zur Finanzierung bereit. Der Hauptverein rät dringend davon ab und verweigert wegen vermutlicher Unrentabilität des Projektes den beantragten Zuschuss. 1908 scheitert das Vorhaben endgültig und Vorstand Werlberger tritt daraufhin zurück.
  • 1908: Erstmals wird in einem Protokoll die Aufnahme einer Frau in die Sektion vermerkt, Frau Justizrat Radlhofer (der Titelträger war wohl ihr Mann). Mit Einführung des Wahlrechts für Frauen im Jahre 1921 treten dann vermehrt Frauen in die Sektion ein.
  • 1909: mit 107 angemeldeten Bergfreunden wird erstmals die Hunderter-Marke überschritten.
  • 1910: Zum 1. Vorsitzenden wird Ober-Vermessungsrat Gustav Fraaß gewählt. Er behält dieses Amt für 26 Jahre bis 1936. 1936 wird er zum Ehrenmitglied ernannt.
  • Der Kassenstand beträgt 1909 stolze 1606 Reichsmark.
  • 1912: Am Neubau des abgerissenen Geburtshauses des bekannten Reiseschriftstellers Ludwig Steub – er verbrachte nach seiner Geburt im Jahre 1812 die ersten zehn Jahre seiner Kindheit in Aichach – wird eine Steub-Büste mit Gedenktafel enthüllt. Die Festansprache hält der langjährige Sektions-Vorsitzende Georg Fraaß.
  • Die Sektionsmitglieder sind weiterhin in den Bergen sehr aktiv. Vermerkt sind erfolgreiche Touren z.B. zu Großglockner, Groß-Venediger, Hoher Sonnblick, Piz Buin, Silvrettahorn, Königspitze oder Watzmann-Ostwand.
  • 1913: Nachdem schon seit dem Gründerjahr jährlich mehrere Bildervorträge das Sektionsleben bereichern, ersteht die Sektion nun erstmals für die damals horrende Summe von 429,09 Mark einen eigenen Projektions-Apparat mit Zubehör.
  • 1914 – 1918: Bergsteigerische Aktivitäten aus dieser Zeit sind – aus verständlichen Gründen – nicht vermerkt. Etwa ein Drittel der Mitglieder wird im 1. Weltkrieg zum Kriegsdienst eingezogen, wobei – zum Glück im Unglück – nur ein Gefallener zu beklagen ist. Die Mitgliederzahl sinkt bis Kriegsende trotzdem auf 66, steigt aber bis 1926 wieder auf 143. Die Sektion spendet je 100 Mark aus dem Vereinsvermögen an das Rote Kreuz und an die Kriegsfürsorge und unterstützt mit Paketsendungen ihre Mitglieder an der Front.

 

1918 – 1945

  • 1919: Bald schon nach Kriegsende blüht das Vereinsleben wieder auf, und schon im ersten Nachkriegsjahr werden wieder fünf Vortragsabende durchgeführt. Das Vereinsvermögen beträgt 3177,58 Mark, und ab dem folgenden Jahr nimmt die Zahl der Vereinsmitglieder wieder kräftig zu – auch durch den Beitritt von Personen, die in der Folgezeit wichtige Rollen im politischen und sozialen Leben der Stadt und des Landkreises spielen sollten.
  • 1921, 21. Juli: In Anwesenheit einer Sektions-Delegation wird am Gasthaus „Sewi“ in Niederndorf bei Kufstein eine Ludwig-Steubtafel enthüllt. Die Sektion gedenkt hiermit dem am 20. Februar 1812 in Aichach geborenen Reiseschriftsteller, Rechtsanwalt und Notar.
  • 1924: Die Sektion feiert ihr 25-jähriges Jubiläum. Von den 33 Gründungsmitgliedern können noch elf für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt werden.
  • Das Vereinsvermögen schrumpft aufgrund der Währungsreform von 3954 Mark auf 221 Mark, steigt aber bis 1932 wieder auf 2086 Mark. Hiermit beginnt die Sektion wieder damit, den Fond zum Hüttenbau aufzufüllen.
  • Tourenberichte sind in den Protokollen der Nachkriegsjahre leider nicht aufgeführt, so dass über die bergsteigerischen Aktivitäten der Sektionsmitglieder aus dieser Zeit nicht viel bekannt ist. Wohl aber werden weiterhin Vortragsabende veranstaltet, wobei die Themen teils bergsteigerischen Inhaltes sind (z.B. „Ätna und Vulkane der Erde“ , „Touren im Mt. Blanc-Gebiet“), z.T. aber auch kulturellen Inhaltes (z.B. „Am Grab des Tut Anch Amun“).
  • 1933: Eine Satzungsänderung berücksichtigt notgedrungen das auch für die Sektion verbindlich geltende Führerprinzip und das Ariergesetz. Ein Antrag vom 6. Mai 1933 wegen der „Judenfrage“ eine außerordentliche Hauptversammlung ein zu berufen, wird abgelehnt. Bei der regulären Hauptversammlung 1933 wird der „nationalen Erhebung“ gedacht und dem „Schöpfer des Dritten Reiches“ ein begeistertes „Berg-Heil“ zugerufen, das 1934 schon zum immer noch begeisterten „Sieg-Heil“ mutiert. Der „Sektions-Vorstand“ wird jetzt zum „Sektion-Führer“.
  • 1936, 12. Februar: 35 Mitglieder der Sektion fahren – unterstützt mit 300 Mark aus der Vereinskasse – mit einem Sonderzug der Reichsbahn zur Winterolympiade nach Garmisch und wohnen dem Skispringen und der Schlussfeier bei.
  • Der Deutsche Alpenverein wird in den „Deutschen Reichsbund für Leibesübungen“ integriert. Der langjährige Vorstand Georg Fraaß (1910 – 1936) lehnt seine Wiederwahl ab, zu seinem Nachfolger wird Rechtsanwalt Josef Stanglmayr gewählt, der die Sektion bis 1945 durch die Kriegswirren führt.
  • 1937: Die Protokolle berichten erstmals wieder über durchgeführte Bergtouren. Die Mitgliederzahl sinkt 1938 auf gerade noch 76.
  • 1938: Die Mitgliederversammlung beschließt einstimmig – in Zusammenarbeit mit der Sektion Ingolstadt – mit 1000 Mark aus dem Hüttenbaufond, einen „Aichacher Weg“ oberhalb des Steinernen Meeres bei Berchtesgaden zu bauen. Dieser Plan wird durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges im September 1939 aber verhindert.
  • Toni Lindermeier – später von 1949 – 1979 erster Vorsitzender – führt erstmals farbige (!) Lichtbilder über seine Klettereien in der Brenta vor.
  • 1936 bis 1945: Der Verein wird von Rechtsanwalt Josef Stanglmayr geführt (schon von 1921 bis 1936 Schriftführer). Er kann die Reduzierung der Vereins-Aktivitäten in den Kriegsjahren – und ihr vollständiges Unterbleiben ab 1942 – nicht verhindern. Zu den Hauptversammlungen 1943 und 1944 erscheinen gerade mal 11 bzw. 13 Mitglieder. Zur Zahl der im Krieg gefallenen Sektionsmitglieder gibt es keine gesicherten Angaben, da ab 1942 keine Protokolle erstellt wurden.
  • 1945: Nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches und dem Einmarsch der Siegermächte wird der Verein – wie alle Vereine – aufgelöst.

 

1946 – heute

  • 1946, 12. Dezember: Aufgrund des Einsatzes von Baumeister Gottlieb Schmid erfolgt die Neugründung der Sektion und die Wahl von Schmid zum Vorsitzenden (1946-1948; Gottlieb Schmid hatte vorher für 45 Jahre – von 1900 bis 1945 – das Amt des Kassiers inne. 1941 wird er zum Ehrenmitglied ernannt).
  • Die Neu-Gründungsversammlung besteht aus 17 vormaligen Sektions-Mitgliedern, die Mitgliederzahl steigt aber bald auf 94. Als Neuerung wird der Aufbau einer Jugendgruppe beschlossen.
  • Das Vereinsvermögen wird durch die Währungsreform zum zweiten Mal vernichtet.
  • 1948 bis 1949: Rechtsanwalt Josef Stanglmayr wird für weitere zwei Jahre Vorsitzender der Sektion. Nachdem er schon von 1921 bis 1936 Schriftführer und von 1936 bis 1945 Erster Vorsitzender war, dient er der Sektion ab 1949 bis zu seinem Tod 1953 noch als Beisitzer und im Ältestenrat. 1950 wird Josef Stanglmayr zum Ehrenmitglied ernannt.
  • 1949: Der Kaufmann Anton Lindermeier wird zum 1. Vorsitzenden gewählt und übt dieses Amt für 30 Jahre aus. 1979 tritt er von seinem Amt zurück. Er wird zum Ehrenmitglied ernannt.
  • Die Jugendabteilung umfasst 24 Mitglieder, was die bergsteigerischen Aktivitäten in der Sektion stark erhöht. Die Gesamt-Mitgliederzahl übersteigt wieder die Hunderter-Marke.
  • 1950: Mit zwei Jahren Verspätung wird im Saal des Gasthaus Stieglbräu das 50-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Aus diesem Anlass wird Baumeister Gottlieb Schmid (Kassier von 1900 – 1945 und 1. Vorstand von 1946 – 1948) als letztes noch lebendes Gründungsmitglied besonders geehrt.
  • 1951: Die ersten Auslandsreisen nach dem Krieg führen Mitglieder der Sektion 1951 nach Innsbruck und mit dem Omnibus in die Dolomiten. Allein bis 1957 werden von der steigenden Zahl aktiver Sektionsmitglieder gut sechzig Gemeinschaftsfahrten unternommen. Die Ziele umfassen auch klassische Routen in schwerem Fels und Eis, einschließlich der Besteigung namhafter Viertausender. Das Jahr 1960 z.B. weist schon 25 Gebirgsgruppen auf, in denen Sektionsmitglieder aktiv waren.
  • Der Lehrer Georg Ettner wird zum Schriftführer gewählt. Er behält dieses Amt bis 2004, also für ganze 53 Jahre.
  • 1957: Die Sektions-Bücherei umfasst mittlerweile 240 Bände und mehr als 60 Landkarten. Moderne Foto- und Filmapparate ermöglichen nun vermehrt die Dokumentation und Präsentation der Bergerlebnisse der Mitglieder.
  • 1972, 25. November: Die Sektion Aichach hat 243 Mitglieder, feiert im Saal des Rathauses von Unterwittelsbach ihr 75-jähriges Jubiläum und kann auf zahlreiche bergsportliche Aktivitäten zurückblicken. Nicht unwesentlich beruht dies auf den Aktivitäten von Dr. Braun, um den sich – als 2. Vorstand – Mitte der 50er Jahre eine sehr aktive Hochtourengruppe bildet und auf der sehr erfolgreichen Jugendarbeit von Erhard Schaal, Jugendleiter von 1953 bis 1966 (tödlich verunglückt am 5. September 1966 am Windlegergrat im Dachsteingebiet) sowie seinen Nachfolgern wie Sepp Gottschalk und später auch Martl Oswald.
  • Ob Mt. Blanc, Monte Rosa, Matterhorn – ob Königspitze, Zinal Rothorn oder Großglockner – viele anspruchsvolle hohe Gipfel sind in den Tourenberichten aus dieser Zeit vermerkt. Und auch im Felsklettern erzielen Mitglieder der Sektion in dieser Zeit große Erfolge, z.B. an der Guglia di Brenta, an den Zinnen und an den Vajolettürmen, im Kaiser oder an den Türmen des Oberraintals. Einige Mitglieder treibt es auch in fernere Länder, über die dann spannende und lehrreiche Vorträge gehalten werden.
  • So berichtet Dr. Georg Braun nicht nur von seinen Fels- und Eistouren im Kaisergebirge bzw. am Mt. Blanc, sondern auch über Reisen ins Königreich Hunza und ins Gebiet des Nanga Parbat.
  • Prof. Toni Grad begeistert seine Zuhörer mit Bildervorträgen, z.B. mit den Titeln „Indien – Land und Leute“, „Musikologische Himalaya-Expedition“ oder „Von Mönchen und anderen Nepalesen“ – und sicherte bei seinen Reisen in den Himalaya wertvolles Kulturgut im Bereich „Gesang und Instrumentalmusik“ in den bereisten Ländern.
  • Die Kulturen in den von ihm bereisten Ländern in der ganzen Welt sind für viele der folgenden Jahre auch ein Bestandteil der packenden Bildervorträge von Dr. Erwin Schindler.
  • Rudi Zanker – 1. Vorstand von 1980 bis 2010 – berichtet über viele Jahre mit selbst gedrehten S-8-Filmen über seine Hochtouren, z.B. am Biancograt, in der Pallavicinirinne oder über die Haut Route in den Westalpen.
  • Und auch Manfred Simm fesselt die Sektions-Mitglieder über viele Jahre mit spannenden Berg-Berichten, zunächst über seine Touren in den Alpen, später auch im Himalaya oder Südamerika.
  • Daneben haben über die Jahre auch weltbekannte Spitzen-Bergsteiger mit interessanten Bilder-Vorträgen ihren Fußabdruck in Aichach hinterlassen, z.B. Ludwig Gramminger, Anderl Heckmair, Mathias Rebitsch, Toni Hiebeler, Michael Dacher, Kurt Diemberger oder auch Reinhold Messner.
  • 1973: Einweihung der in ehrenamtlicher Arbeit renovierten Blockhütte auf dem ehemaligen Haselberger-Gelände an der Münchener Straße. Sie dient der Sektion bis zu ihrer Zerstörung durch ein Feuer im Jahre 1981 als Vereinsheim.

Bild 13 Alte Blockhütte 1973-1981

  • 1977: Erstmals wird ein Programmheft gedruckt. Die „AV-Nachrichten“ erscheinen bis 2001 halbjährlich, getrennt nach Winter- und Sommersaison, ab 2002 als Jahresprogramm. Aufgrund der vielen aufgeführten Sektionstouren und sonstiger Informationen hat sich sein Umfang mittlerweile (2012) im Schnitt auf 45 – 50 Seiten „gemausert“.
  • 1978: Die Sektion Aichach richtet den „Südbayerischen Sektionentag“ aus, der der Vorbereitung und Abstimmung für die Jahresversammlung des Hauptvereins dient.
  • 1980: Diplomingenieur Rudi Zanker wird zum 1. Vorsitzenden gewählt, womit die „Ära Lindermeier“ zu Ende geht. Rudi Zanker behält dieses Amt für 30 Jahre bis 2010. Anschließend wird er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
  • 1981: Die seit 1973 als Vereinsheim genützte Blockhütte auf dem „Haselberger-Gelände“ wird durch ein Feuer zerstört. Die Stadt Aichach überlässt der Sektion dankenswerter Weise das nebenstehende Steinhaus, das in 1400 freiwilligen Arbeitsstunden ausgebaut und 1982 eingeweiht wird. Den Bauplan hierfür erstellt 1. Vorstand Rudi Zanker, der auch die Bauleitung übernimmt. Martl Oswald sen. fungiert als Polier und leistet schon allein über 400 Arbeitsstunden. Das so erstellte „Schmuckstück“ dient noch heute als Vereinsheim.

Bild 14 Neues Vereinsheim seit 1982

  • 1982: Die Jugendarbeit in der Sektion wird forciert. Zum Jugendleiter wird Bernhard Winter ernannt. Er formiert eine Jugendgruppe der 12- 18-jährigen, führt mit den Interessierten einen Kletterkurs in Konstein und diverese Schlauchbootfahrten durch. Ab 1983 übernimmt für zehn Jahre der „frisch gebackene“ Wanderführer Rudi Diermayer – später viele Jahre unterstützt und schließlich 1994 abgelöst von Monika Waldvogel – diese Aufgabe und erstellt erstmals für die Winter-Saison 1983/84 ein spezielles Tourenprogramm für die Jugend.
  • Die Sektion übernimmt die Patenschaft für die zum Naturdenkmal erhobene „Schätzlerwiese“, einer 1,66 ha großen Naturwiese in der Nähe von Rehling mit beträchtlicher Artenvielfalt, insbesondere auch bezüglich heimischer Orchideen.
  • Ende 1982 beträgt die Mitgliederzahl 374 Bergfreunde.
  • 1987: Gründung der Senioren-Abteilung in der Sektion Aichach. Die erste Seniorentour führt auf den 1868 m hohen Einstein im Tannheimer Tal. Leiter der Seniorengurppe ist bis 1995 Walter Müller. 1996 übernimmt Martl Oswald sen. die Leitung, die er 17 Jahre lang behält. Seit 2013 teilen sich Erich Michl und Horst Penthaler diese Aufgabe, seit 2016 Horst Penthaler, Friedhelm Pauli und Ernst Treml. Die Seniorengruppe ist von Anfang an bis heute äußerst aktiv und begiebt sich – je nach Wetterverhältnissen – etwa alle zwei Wochen auf Tour
  • 1988: Die Sektion feiert ihr 90-jähriges Jubiläum. Als Auftakt hierzu erfolgt im Schalterraum der Stadtsparkasse eine viel beachtete Fotoausstellung. Eine Festschrift berichtet über die Entwicklung der Sektion und im Gasthaus Zieglerwirt findet – in Anwesenheit von Bürgermeister und Landrat und mitgestaltet vom aichacher Jugendblasorchester – ein feierlicher Festabend statt.
  • 1990: Erstmals wird in der Sektion eine eigene Klettergruppe gegründet. Unter Leitung von Hans Schmaus, Anton Deißer und Werner-Isi Guckert – später auch Erhardt Andre – formiert sich eine schlagkräftige Truppe, die – als Felskletter- und Hochtourengruppe – für die nächsten 20 Jahre mit schwierigen Touren in Fels, Eis und kombiniertem Gelände – auch in den Westalpen – aufhorchen lässt. In der Folgezeit bewirkt das sich entwickelnde Sportklettern eine Leistungs-Explosion der „jungen Wilden“ – angeleitet von Klettertrainer Martin Oswald jun. – wobei die gemeisterten Schwierigkeiten im Fels den früher für unmöglich gehaltenen 9. Grad erreichen.
  • 1991: Erstmals führt die Sektion eine Kreismeisterschaft im Klettern durch. Dies erfolgt im Rahmen des Sommerfestes an einem auf dem Hüttengelände aufgestellten Kletterturm.
  • Martl Oswald sen. führt erstmals eine spezielle Sektionstour nur für Damen durch. Diese „Damentouren“ werden aufgrund des regen Zuspruches beibehalten und laufen auch heute noch, unter der moderneren Bezeichnung „Ladiestour“  ab.
  • 1992: An der Außenwand des Vereinsheims wird eine kleine Kletterwand aus Holz angebracht. Sie dient einige Jahre lang v.a. den Kindern als Klettermöglichkeit.
  • 1995: Die Mitgliederzahl übersteigt mit 507 erstmals die magische Grenze von fünfhundert.
  • 1998: Die Sektion feiert – mit mehreren über das Jahr verteilten Aktionen – ihr 100-jähriges Bestehen. Den Beginn bildet eine viel beachtete Fotoausstellung über diese Zeit in den Schalterräumen der Stadtsparkasse.
  • Im Gedenken an eine schon im Gründungsjahr der Sektion erfolgten Besteigung der 3040 Meter hohen Passeierspitze erfolgt eine „historische“ Sektionstour auf dieselbe.
  • Eingeweiht wird der seit 1996 erstellte Baumlehrpfad am Vereinsheim, wobei anlässlich dieser Aktion Bürgermeister Klaus Habermann und Alt-Bürgermeister Heinrich Hutzler eine Eiche pflanzen, die sich seitdem prächtig entwickelt.
  • In einer umfang- und inhaltsreichen Festschrift wird die Geschichte der Sektion dargestellt.
  • Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildet die Ausrichtung des Südbayerischen Sektionentages, der die Delegierten von über hundert Sektionen nach Aichach führt. In der späteren DAV-Hauptversammlung wird dem 1. Vorsitzenden Rudi Zanker als Geschenk des Bergverlags Rother ein kompletter Satz AV-Führer überreicht.
  • Den glanzvollen Abschluss dieses Jubiläumsjahres bildet ein Festabend im Zieglersaal in Aichach.
  • 2003: Fertigstellung der Boulder- und Kletteranlage im Vereinsheim.
  • In einem insgesamt etwa einjährigen Arbeitseinsatz von ca. 30 Mitgliedern wird das Dachgeschoss des Vereinsheimes ausgebaut. In über 2500 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden entsteht ein Boulderraum mit ca. 170 qm Kletterfläche und ein ca. 6,50 Meter hoher Toprope- und Vorstiegsbereich mit ca. 30 qm Kletterfläche. Über 1000 Griffe insgesamt werden eingeschraubt.
  • Die Anlage wird seither drei Abende pro Woche für die Allgemeinheit geöffnet, in der übrigen Zeit steht sie den unterschiedlichen Kinder- und Jugendgruppen zur Verfügung. Auf Anfrage wird sie auch Schulen, Kindergärten oder anderen Vereinen zur Verfügung gestellt. Sie erfreut sich großer Beliebtheit und wird stark genutzt, das Benutzerbuch weist z.B. für die Zeit von 2003 – 2012 über 35000 Einträge auf.
  • Seit Fertigstellung der Boulder- und Kletteranlage hat sich die Mitgliederzahl der Sektion sehr stark erhöht – von 578 im Jahr 2002 auf 1323 im Jahr 2011.

2013-12

  • 2005: In der Kletteranlage werden die ersten Stadt- und Kreismeisterschaften im Bouldern durchgeführt. Seitdem ist diese Veranstaltung fester Bestandteil des jährlichen Vereins-Geschehens.
  • 2007: Mit 1034 Mitgliedern überschreitet die Sektion erstmals die magische Mitgliederzahl von 1000. Davon sind 245 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und 64 Junioren im Alter von 19-24 Jahre.
  • 2010: Der langjährige (seit 1980) 1. Vorsitzende Rudi Zanker stellt sich nicht mehr zur Wahl, womit die 30-jährige „Ära Zanker“ zu Ende geht. Rudi Zanker wird von der Mitgliederversammlung mit lang anhaltendem Beifall verabschiedet und anschließend zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
  • Zum neuen 1. Vorsitzenden wird Diplomingenieur Rainer Reith gewählt.
  • Die Sektion übernimmt die Patenschaft für den „Sisi-Weg“, einen ca. 11 km langen Rund-Wanderweg ausgehend vom Sisi-Schloss in Unterwittelsbach.
  • 2011: Die Kletteranlage im Vereinsheim erhält eine spezielle Lüftungsanlage zur Reinigung der vom Magnesiastaub belasteten Raumluft.
  • Und die können sich durchaus sehen lassen. So sind z.B. für die Zeit etwa ab 1955 bis heute immer wieder sehr anspruchsvolle Touren vermerkt, z.B. Montblanc-Peutereygrat, Dent du Geant, Rochefortgrat, Überschreitungen von Grand Jorasse, Matterhorn, Täschhorn und Weißhorn, am Pitz Palü wurden alle 3 Pfeiler „gemacht“, die Palvicinirinne am Großglockner und die Ortler-Nordwand wurden durchstiegen und es gibt wohl kaum einen Alpen-Viertausender der noch keine Bekanntschaft mit Sektionsmitgliedern gemacht hat. Ähnliches wäre für die anspruchsvollen Fels-Klettertouren zu berichten, wurden sie nun im Wilden Kaiser, im Wetterstein oder in den Dolomiten durchgeführt – und die mittlerweile bei unseren „jungen Wilden“ weit über den sechsten Schwierigkeitsgrat hinausgehen. Dass nun mittlerweile auch das Hallenklettern, das moderne Sportklettern und extremes Wasserfall-Eisklettern in der Sektion praktiziert werden beweist eine ständige Weiterentwicklung in der Sektion, die hoffentlich nie zum Stillstand kommen wird.
  • Neben der sehr erfolgreichen Jugendarbeit, die sich besonders in der hohen Zahl der betreuten Kinder- und Jugendgruppen, sowie in der Zahl der die Kletteranlage nützende Jugendlichen zeigt, stehen dabei naturgemäß die von den Mitgliedern durchgeführten Bergtouren im Vordergrund.
  • 2012: Die Sektion ist mit über 1400 Mitgliedern der zweitgrößte Verein in Aichach und blickt auf über 110 Jahre sehr aktiven Vereinsleben zurück.
  • 2015:  Die Sektion entwickelt sich – mit mittlerweile über 1500 Mitgliedern – weiterhin sehr positiv:
  • So umfasst unser Jahresprogrammheft für 2015 mittlerweile 64 Seiten. In ihnen enthalten sind u.a. 6 angekündigte  Bildervorträge, 6 ausgeschriebene Unternehmungen der Kinder- und Jugendabteilung, 8 Angebote für Kurse (Lawinen-, Kletter-, Mountainbikekurse), 12 Wandertouren, 9 Felskletter- bzw. Klettersteigtouren, 5 Hochtouren, 6 Mountainbiketouren, 8 Skitouren (davon 3 mehrtägige), 6 Schneeschuhtouren und 3 Eisklettertouren. Nicht enthalten in dieser Aufzählung sind weitere spontane Aktionen der Kinder- und Jugendabteilung und die vielen Touren unserer Seniorenabteilung, die ebenfalls spontan, in Abhängigkeit von der Wetterlage, vereinbart werden.
  • Gut angenommen wird auch weiterhin unsere 2003 fertig gestellte Boulder- und Kletteranlage im Obergeschoß unseres Vereinsheimes. Das Benutzerbuch weist zum 1. Januar 2015 sage und schreibe 43811 (!) Besucher auf. Hauptprofiteure der Anlage sind unsere Kinder und Jugendlichen, die aufgrund der guten Trainingsmöglichkeiten immer wieder gute Resultate bei diversen Wettkämpfen erzielen.
  • Nach 12 Jahren erhält die Kletteranlage einen neuen,  professionell gefertigten und verlegten Mattenboden; dieser entspricht nun dem neuesten „internationalen Standard“.
  • 2016: Das Vereinsheim in Aichach, Münchener Straße 79, erhält eine neue Küche, die am 21. Oktober  mit einem kleinen Fest gebührend eingeweiht wird. Die Sektion dankt allen Helfern, die das Projekt tatkräftig unterstützt haben.
  • 2017: Am 01. Mai stirbt Rainer Reith, seit 2010 der 1. Vorsitzende der Sektion, plötzlich und völlig unerwartet in seinem Haus in Immendorf. Der Posten des 1. Vorsitzenden bleibt satzungsgemäß bis zur nächsten Mitgliederversammlung im März 2018 vakant. Als Ersatzmitglied wird Markus Mayer benannt.


 

 

Vereinsführung 1898 – heute

1. Vorsitzende:

1898 – 1900:    Karl Spies, Amtsrichter
1900 – 1908:    Anton Werlberger, Kaufmann
1908 – 1910:    Adalbert von Hösslin
1910 – 1936:    Georg Fraaß, Obervermessungsrat
1936 – 1945:    Joseph Stanglmayr, Rechtsanwalt
1946 – 1948:    Gottlieb Schmid, Baumeister
1948 – 1949:    Joseph Stanglmayr, Rechtsanwalt
1949 – 1979:    Anton Lindermeier, Kaufmann
1980 – 2010:    Rudi Zanker, Diplomingenieur
2010 – 2017:    Rainer Reith, Diplomingenieur

 

2.     Vorsitzende:

1956-1963:      Dr. Georg Braun
1963-1969:      Hans Moser
1969-1974:      Dr. Alto Schwarz
1974-1980:      Rudi Zanker
1980-1988:      Peter Ruppenthal
1988-1998:      Walter Müller
2000-2008:      Erhardt Andre
2008-2010:      Rainer Reith
seit 2010   :      Richard Kufeld

 

Kassenwarte:

1898-1900:      Anton Werlberger
1900-1945:      Gottlieb Schmid
1946-1948:      Alexander Klais
1948-1953:      Josef Winkler
1953-1962:      Richard Rehle
1963-1968:      Anni Bayer
1968-1996:      Erwin Jakob
1997-2006:      Waltraud Mayer
2006-2016:      Leonhard Steiner
seit 2016:          Wolfgang Linck

 

 

 Schriftführer:

1898-1919:      Anton Beltinger
1919-1921:      Georg Geistbeck
1921-1936:      Josef Stanglmayr
1936-1945:      Sigmund Engelhardt
1946-1948:      Elisabeth Geistbeck
1948-1949:      Dr. Erwin Schindler sen.
1949-1950:      Traudl Schmid
1950-1951:      Karl Werner
1951-2004:      Georg Ettner
2004-2010:      Peter Ruppenthal
seit 2010:         Elisabeth Oswald

 

 Jugendreferenten:

1948-1949:      Anton Lindermeier / Josef Reitberger
1950-1953:      Lothar Geistbeck
1953-1954:      Karl Demel
1954-1966:      Erhard Schaal
1966-1971:      Josef Gottschalk
1966-1967:      Heinrich Stanzl
1972-1980:      Martin Oswald sen. / Norbert Krebs
1980-1984:      Wolfgang Linck / Bernhard Winter
1984-1992:      Rudi Diermayr
1992-1997:      Monika Waldvogel
1998-2005:      Jochen Wittfoth
2005-2010:      Bernhard Stützle
2010-1012:      Michael Rösele
2012-2013 :     Nicole Baudrexl
seit 2013:         Jakob Lang

 

Tourenreferenten:

1967-1972:      Josef Gottschalk
1972-1988:      Martin Oswald sen.
1988-1993:      Hans Schmaus
1993-2010:      Anton Deißer
seit 2010:         Werner-Isi Guckert

 

Ausbildungsreferenten:

bis  2005:         Manfred Simm
2005-2015:      Erhardt Andre
seit 2015:         Korbinian Kern

 

Ansprechpartner Seniorengruppe:

1987-1995:      Walter Müller
1995-2013:      Martin Oswald sen.
2013-2016:      Horst Penthaler / Erich Michl
seit 2016:         Horst Penthaler / Friedhelm Pauli / Ernst Treml
 

Umwelt-/Naturschutzbeauftragte:

1982-2007:       Arno Hedwig
2007-2010:      Heinrich Bär / Konrad Ettner
2010-2012:      Heinrich Bär / Josef Lentscher
seit 2012:         Josef Lentscher

 

Vereins-Gaststätten / Hüttenwirte:

1898-1960:      Gaststätte Hofmann
1960-1974:      Gaststätte Triltsch
1974-1975:      Gaststätte Friedenseiche
1975-1977:      Blockhütte: Xaver Waldvogel
1977-1982:      Blockhütte / Steinhütte:  Martin Oswald sen.
seit 1983:         Steinhütte:  Resi Waldvogel, unterstützt von Annelise Burkhart

 

Betreuung der Kletteranlage:

2003-2015:         Erhardt Andre
seit 2015:             Richard Kufeld

 

Ehrenmitglieder / Ehrenvorsitzene:

1938:               Anton Beltinger;           Schriftführer 1898-1919
1936:               Georg Fraaß;               1. Vorstand   1910-1936
1941:               Gottlieb Schmid;           1. Vorstand   1946-1948 /  Schriftführer 1900-1945
1950:               Josef Stanglmayr;        1. Vorstand   1936-1945 und 1948-1949 / Schriftführer 1921-1936
1979:               Anton Lindermeier;       1. Vorstand   1949-1979
2010:               Rudi Zanker;                 1. Vorstand   1980-2010 / 2. Vorstand   1974-1980

 

 Bergtote der Sektion:

1952:                Josef Söhlmann, abgestürzt in der Goldberggruppe
01.01.1957:      Annelise Geyer, 19 Jahre alt, verschüttet in einer Schneebrettlawine am Enzinger Boden
18.06.1960:      Walter Ahne, abgestürzt am Kenzenkopf
05.09.1966:      Erhard Schaal,  abgestürzt am Windelegergrat zum Torstein
25.08.1977:      Franz Xaver Waldvogel, abgestürzt am Walliser Weißhorn
10.06.2015:      Erhardt Andre, abgestürzt in den norwegischen Loefjell-Bergen